Was ist ein Schützenzug?

Ein Schützenzug ist der kleinste Zusammenschluss innerhalb des Schützenvereins. Bei uns ist dieser Verein eine Schützenbruderschaft, was bedeutet, dass sich der Verein enger an die Kirche gebunden fühlt, als dies bei Bürgerschützenvereinen zumeist der Fall ist. Ein Schützenzug fühlt sich selbstverständlich den Idealen der Bruderschaften, das sind Glaube, Sitte und Heimat, verbunden. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass unsere Bruderschaft fast komplett an der Fronleichnamsprozession teilnimmt, Messen zum Patronatstag, zum Schützenfest und der Kirmes lesen lässt, und die Gedenkfeier zum Volkstrauertag sowie die Sammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernimmt. Außerdem gestalten Bruderschaftler maßgeblich das Dorfleben, auch durch Mitgliedschaft in anderen Vereinen und den kirchlichen Institutionen mit und führt Sammlungen zugunsten des Dorfes (z.B. für Blumenpflanzung, Kindergärten,...) durch.

Aber für die Mitglieder ist ein Schützenzug doch viel mehr. Er ist wie eine Familie. Man lacht zusammen, man hilft sich, man teilt Leid. Natürlich trinkt man auch einen zusammen, wie dies wohl in jedem Verein in Deutschland der Fall ist. Auch wenn die Schützenzüge reine Männerklubs sind, bleiben Frauen und Kinder nicht außen vor. Als Kind wächst man praktisch im Schützenzug seiner Eltern auf, man unterhält sich mit allen Mitgliedern wie mit Verwandten. Das führt oft dazu, dass eines unserer Ziele erreicht wird, nämlich die Verbindung und der Austausch von Jung und Alt.

Das Schützenfest ist natürlich der Höhepunkt eines Jahres, und der Termin für unseren Verein, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber das Schützenfest ist nicht das, was einen Schützenzug allein ausmacht. Ein Verein, der sich nur einmal im Jahr zum Feiern trifft, ist nicht unser Verständnis eines Zuges.

Für einige, die andere Erfahrungen gemacht haben, sei noch gesagt, dass dies die Ansicht eines Dorfbewohners ist. Ein Stadtschützenfest kann sich doch sehr deutlich hiervon unterscheiden. Man muss beachten, dass in unserem Dorf die Vereine der wesentliche Gestalter dörflichen Lebens sind, und daher eine weit größere Rolle als in der Stadt einnehmen.